Canva – das „Schweizermesser“ für einfache Print- und Onlinematerialien
Bei deiner ehrenamtlichen Arbeit in der Patientenorganisation steht der direkte Kontakt zu Mitpatient:innen an erster Stelle, denn dafür wurde die Initiative schließlich gegründet. Daneben gibt es eine Vielzahl von Aufgaben, die erledigt werden müssen, damit die Gruppe gut und erfolgreich arbeiten kann. Im letzten Monat haben wir Plattformen vorgestellt, mit denen Spendengelder eingeworben und verwaltet werden können. Heute zeigen wir digitale Tools für die einfache Erstellung von Print- und Onlinematerialien, also etwa Visitenkarten, Flyer und Plakate, Social Media-Vorlagen, Präsentationen und vieles mehr.
Ein professioneller Auftritt ist heute für alle Initiativen wichtig, ein einprägsamer Name mit ansprechendem Logo sorgt für eine gute Wiedererkennung, genauso wie Flyer mit überzeugender Botschaft und natürlich die Posts oder Blogs auf den sozialen Medien. Manche Organisationen werden von professionellen Agenturen unterstützt, die Pro bono, also ohne Kosten all diese Materialien erstellen, andere haben die finanziellen Möglichkeiten, Dienstleister zu bezahlen. Aber oft ist dies nicht möglich oder Vorlagen werden immer wieder verändert, dann ist es gut, die Gestaltung mit einfachen Mitteln selbst übernehmen zu können.
Hier eine Auswahl von Tools für Gestaltung und Design:
Die meisten Angebote sind kostenpflichtig, die verschiedenen Pakete findest du auf den genannten Webseiten.
| Microsoft 360 | ist auf vielen Rechnern standardmäßig installiert und bietet vielfältige Möglichkeiten |
| Adobe Express | ermöglicht schnelle und bedienungsfreundliche Gestaltungen für viele Bereiche |
| Photoshop | ein professionelles Adobe-Programm für alle Arten der Bild- und Grafikbearbeitung, mittlerweile auch Videos |
| Illustrator | ein weiteres Adobe-Programm zur Erstellung von Broschüren, Büchern und allen Arten von Print- und Onlinematerialien |
| Canva | eine Online-Plattform mit breitem Angebot an Gestaltungsmöglichkeiten |
In diesem Artikel stellen wir exemplarisch Canva vor
Canva bedeutet Leinwand und will den Nutzern eine Fläche bieten, auf der sie ihre Gestaltungen schnell und einfach realisieren können. Im Unterschied zu Künstler:innen vor der völlig leeren Leinwand finden die Anwender:innen hier eine Vielzahl von Vorlagen und halbfertigen Elementen, die genutzt werden können. Vorlagen schränken die eigene Kreativität natürlich etwas ein, dafür bieten sie ein Ergebnis, das einfach gut aussieht, weil Proportionen, Farben und Schriften von Profis aufeinander abgestimmt sind. Für unsere Sehgewohnheiten in Europa erscheint nicht alles stimmig, denn Canva ist in Australien beheimatet und orientiert sich am Geschmack der anglo-amerikanischen Welt. Ein Problem ist das aber nicht, bei der unglaublichen Fülle an Vorlagen findet sich fast immer etwas Passendes.
Schauen wir uns die Funktionen von Canva im Überblick an:
• Nonprofit-Organisationen können Canva auf Antrag kostenfrei nutzen
• Die erstellten Designs können in allen gängigen Formaten exportiert werden
• Einfache weitere Nutzung, etwa als pdf, png, mp4, PPT, usw.
• Die Nutzung von Canva ist mit grundlegenden Computerkenntnissen einfach
• Anspruchsvolle Nutzer:innen finden ebenfalls umfangreiche Möglichkeiten
• Bilddatenbanken bieten freien Zugriff auf 75 Millionen Bilder
• Passende Vorlagen für alle Social Media -Formate
• Im Printbereich gibt es Vorlagen vom Flyer bis zu Merchandisingartikeln
• Mittlerweile kann man auch Videos bearbeiten und den Youtube-Editor nutzen
• Im eigenen App-Store findest du immer Tools für neue Gestaltungsmöglichkeiten
Erste Schritte mit Canva
Nehmen wir einmal an, du möchtest mit Canva arbeiten, hast aber bislang keine Erfahrungen mit dem Programm. Dann kannst du dir auf der Webseite des Unternehmens für Nonprofit-Gruppen einen ersten Überblick zu den Funktionen verschaffen. Und dort kannst du auch den Antrag für eine kostenfreie Lizenz stellen und deine Organisation anschließend registrieren. Canva läuft im Webbrowser, du brauchst daher nichts herunterzuladen oder zu installieren und alle Updates werden automatisch eingespielt, zusätzlich gibt es Canva als App. Wenn deine Organisation noch kein Design mit Logo, Farben und Schriften entwickelt hat, dann kannst du hier zunächst eine sogenannte Markenwelt aufbauen. Das erleichtert später die Gestaltung einzelner Produkte, etwa von Flyern, weil du dafür auf die Markenvorlagen zugreifen kannst. Falls mehrere Personen bei euch Materialien gestalten, dann sichern die Markenvorlagen auch einen einheitlichen Auftritt und damit gute Wiedererkennung.
Vielfältige Vorlagen für fast alles
Du möchtest einen DIN-lang Flyer mit 6 Seiten erstellen, also ein DIN A4-Blatt zweimal gefalzt? Kein Problem, denn mit der Auswahl aus vielen Vorlagen siehst du sofort die Reihenfolge der Seiten vom Titel bis zur Rückseite, der vorgegebene Satzspiegel sichert die notwendigen Abstände zur Falzung und das fertige Druck-pdf kannst du mit oder ohne Beschnittmarken direkt an eine Onlinedruckerei geben. Bei klassischen Druckereien vor Ort kann es manchmal notwendig sein, die Druckdaten umzuwandeln. Und solange du dich an den Vorlagen der Profis orientierst, kommst du nicht in die Versuchung, zu viel Text auf die Seiten zu quetschen. Ein Fehler, den man bei Materialien von Vereinen immer wieder beobachten kann. Auch moderne Merchandisingartikel, wie Tassen oder Hoodies, lassen sich gestalten und direkt in die Produktion geben.

Social Media ist breit vertreten
In unserer O-Mamori Community sind viele Mitglieder aktiv auf den sozialen Medien unterwegs. Und diese Plattformen wollen regelmäßig gefüttert werden, um Reichweiten, Likes und Follower zu gewinnen. Da ist es hilfreich, wenn optimierte Vorlagen in allen gängigen Größen von Facebook über Instagram bis TikTok vorhanden sind. Gerade in der digitalen Welt entscheidet häufig der erste Eindruck in Sekundenbruchteilen darüber, ob User deinen Post anklicken oder nicht. Professionalität ist hier ein „Muss“ und die Anforderungen ändern sich immer wieder. Bei allem sind natürlich die gesetzlichen Bestimmungen und Richtlinien sowie die Selbstverpflichtungen zu beachten.
Einfache Bildbearbeitung und riesige Datenbank
Bilder, Grafiken, Icons und Illustrationen gehören heute in der Kommunikation einfach dazu. In Canva kannst du eigene Bilder und Vorlagen sehr einfach bearbeiten, dabei sind die Möglichkeiten natürlich viel begrenzter als etwa in Photoshop, für den Alltag jedoch meist ausreichend. Im Anschluss an diesen Absatz siehst du drei Beispiele für eine Bildbearbeitung, die mit wenigen Klicks zu machen sind. Das Team von Daiichi einmal auf dem Originalbild und dann freigestellt. Darunter ein Bild im Original mit kleineren Kindern und dann die Version, in der die Kinder „ausradiert“ wurden, weil eure Bildrichtlinie vielleicht keine Kinder erlaubt. Und schließlich wurde als Hingucker der gestreifte Hund in ein Bild Yogakurs eingefügt. Im Upload-Bereich bleiben deine Dateien dauerhaft erhalten, du kannst sie also auch für weitere Gestaltungen nutzen. Ein großer Schritt in Richtung Nutzerfreundlichkeit war die Integration von zwei Bilddatenbanken mit 75 Millionen Bildern sowie Archive für Icons und Grafiken. Mit diesen Ressourcen ausgestattet brauchst du Canva während eines Projektes oft gar nicht zu verlassen, weil alles Nötige vorhanden ist. One stop shopping nennt man das in der digitalen Welt.






Und gibt´s auch KI-unterstützte Tools?
Ja natürlich, möchte man fast sagen, denn KI ist ja zurzeit überall angesagt. Laut Canva selbst ist schon heute in vielen Anwendungen KI integriert und es können Fotos, Videos, Audios und vieles mehr erstellt werden. Beim Testen erschien noch nicht alles davon überzeugend, allerdings erfolgen die Aktualisierungen teilweise im Wochentakt. Falls dich dieser Bereich interessiert, schau am besten immer wieder mal rein und bilde dir selbst eine Meinung. Und wie immer beim Thema KI gilt es auch hier, die gesetzlichen und ethischen Vorgaben zu respektieren. In der artifiziellen Bilderstellung ist mit dem einfachen Prompt, also der Befehlseingabe: „Ein humanoider Roboter schiebt eine ältere, europäische Frau im Rollstuhl“ folgendes Bild entstanden.

Wie die Plattform entstanden ist
Die Geschichte von Canva zeigt exemplarisch, wie aus einem persönlichen Bedarf ein neues Angebot wurde. Melanie Perkins studierte in den 2010-er Jahren Grafikdesign in Australien und begleitete auch als Tutorin andere Studierende, viele davon taten sich sehr schwer im Umgang mit professionellen Designprogrammen. Die Idee für ein einfaches Tool war geboren, 2013 startete Canva offiziell mit dem Ziel, Design für jeden auch ohne Vorkenntnisse zugänglich zu machen. Nach einer durchaus schwierigen Suche nach Investoren wuchs das Unternehmen rasant und erreichte schon 2018 eine Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar. Heute ist Canva in über 100 Sprachen verfügbar und wird von mehr als 135 Millionen Menschen genutzt, darunter auch 85 Prozent der großen Unternehmen. Noch immer ist es im Besitz der drei Gründungspersonen und möchte neben dem wirtschaftlichen Erfolg auch einen positiven gesellschaftlichen Beitrag leisten. So etwa die kostenfreie Lizenz für Nonprofit-Organisationen.
Unser Lese-Tipp
Für den Umgang mit digitalen Tools gibt es nach wie vor gedruckte Handbücher, so auch für Canva. Wenn du also in Ruhe mit einem Buch in der Hand tiefer in Canva einsteigen willst, dann haben wir hier zwei Empfehlungen für dich.
Canva leicht gemacht
Martina Fährmann
118 Seiten zum Preis von 19,99 €
Erschienen im Januar 2025
ISBN 978-3911143158
Canva für dummies
Jesse Stay
272 Seiten zum Preis von 24,00 €
Erschienen bei Wiley im Juli 2025
ISBN 978-3527722952
Womit gestaltest du eure Materialien für Print und Online?
Die O-Mamori Community ist ein Ort des Austauschs und der gegenseitigen Unterstützung. Hier kannst du deine Erfahrungen teilen und vielleicht auch Tipps geben. Schreib gerne direkt hier in das Kommentarfeld. Oder melde dich, wenn du mehr zu sagen hast und wir vielleicht einen eigenen Artikel dazu verfassen können.
Auf jeden Fall wünschen wir allen viel Erfolg beim kreativen Gestalten.
Die Fotos wurde mithilfe von KI-Tools in Canva bearbeitet oder komplett erstellt.
Disclaimer: Dieser Text stellt keine (Rechts-) Beratung dar und ersetzt keine individuelle Beratung durch einen Experten. Die Informationen sind allgemein gehalten und können nicht alle individuellen Umstände berücksichtigen. Für verbindliche Auskünfte und vor wichtigen Entscheidungen empfehlen wir, fachkundigen Rat einzuholen. Daiichi Sankyo übernimmt keine Haftung für Schäden, die aus der Nutzung der Informationen entstehen.
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