Neues von den Patientenorganisationen

18
Juli

„Ich bin nicht die Erkrankung, sie ist nur ein Teil von mir“

Vorstellung des Projekts sichtbar.unsichtbar vom Verein für Psychisch belastete Herzpatienten e.V. Für Außenstehende oft nicht wahrnehmbar, kann die Herzerkrankung den Alltag bestimmen. Neben den körperlichen Symptomen hinterlässt eine Herzerkrankung bei vielen Patientinnen und Patienten tiefe, aber unsichtbare Spuren: Überforderung, Unsicherheit, schwindendes Selbstwertgefühl.
Um das auszudrücken, was auf den ersten Blick nicht zu sehen ist, fehlen häufig die Worte. Kunst bietet die Möglichkeit, das Unsagbare auszudrücken und neue Perspektiven zu schaffen.
Die Ausstellung sichtbar.unsichtbar will genau diese „nicht offensichtlichen“ Seiten sichtbar machen: In Fotos, Gemälden, Installationen, einer Plakatwand von Kindern, Videoprojekten und Toninstallationen zeigen Herzpatientinnen- und Patienten, welche Narben entstehen, wenn das Leben scheinbar zum Stillstand kommt und schließlich unter neuen Bedingungen weitergehen muss. Selbst die Rückkehr in ein „normales“ Leben hinterlässt Spuren.

Die Idee hinter der Ausstellung
Die Ausstellung sichtbar.unsichtbar entstand aus dem Wunsch heraus, Außenstehende für das zu sensibilisieren, was nicht zu sehen ist, Herzpatient*innen aber dennoch täglich begleitet. Inklusion beginnt nicht nur mit rollstuhlgerechten Wegen und Aufzügen, sondern in unseren Köpfen. Eine Herzerkrankung kann man einem Menschen in der Regel nicht ansehen. Betroffene sind nicht immer alt und gebrechlich. Kinder können mit einem angeborenen Herzfehler auf die Welt kommen. Ihr ‚Anders-Sein‘ fällt Erwachsenen auf, Kinder selbst aber kennen kein Selbstmitleid. Mit unserer Ausstellung möchten wir den Weg der Salutogenese gehen: Was lässt mich trotz der Erkrankung wachsen? Wir wollen die Transformation zu einem neuen ICH nachvollziehen – denn „jedem (Neu-)Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Herzgesunden Personen wollen wir einen kognitiven, spirituellen und emotionalen Zugang zum inneren Wesen einer chronischen Erkrankung ermöglichen.

Anliegen und Ziele
sichtbar.unsichtbar will die „nicht offensichtlichen“ Begleiterscheinungen der Krankheit sicht- und hörbar machen – in künstlerischen Ausdrucksformen jeder Art: In Fotos und Zeichnungen, Skulpturen, Gemälden und Tonbildern zeigen Herzpatientinnen und -patienten, welche Narben entstehen, wenn das Leben beinahe zum Stillstand kommt – und unter grundlegend veränderten Bedingungen weitergeführt werden muss.
Das Grundanliegen der Ausstellung ist also nicht primär künstlerischer, sondern gesellschaftlicher Natur: Performative Sozialforschung umfasst die Verwendung verschiedener Formen künstlerischer Darstellung in der Durchführung von wissenschaftlichen Projekten. Wir zeigen Wissenschaft, wie sie erlebt wird und wie sich der Mensch darin orientiert. Zur Performance gehören zwei Projekte im Projekt, einmal der Wochenendworkshop „Die heilende Kraft der Kunst“, geleitet vom international renommierten Bildhauer Karel Fron. Der Workshop wird dokumentiert und die Ergebnisse in die Ausstellung sichtbar.unsichtbar integriert. Die zweite Performance ist eine von Frauen ausgeführte Collage, die ebenfalls dokumentiert und in die Ausstellung integriert wird.
Neue Technologien und Social Media verändern derzeit das Rezeptions- und Lernverhalten der Gesellschaft. Der Kreativität der Künstlerinnen und Künstler und der Vielfalt ihrer stilistischen Ausdrucksformen sind in der Ausstellung bewusst keine Grenzen gesetzt. Gezeigt werden Werke, die direkt von Betroffenen geschaffen wurden – ebenso wie Werke, in denen Fotografen Fragmente aus dem Leben eines Herzpatienten zeigen.
Zu jedem Exponat gehört eine Herzgeschichte, die über einen QR-Code auf dem Smartphone abgerufen werden kann. Das Ausstellungskonzept wird seit Beginn der Idee von Daiichi Sankyo begleitet.

So einfach kannst du mitmachen
Möchtest du mitmachen und den Verein bei diesem Projekt unterstützen?
Wenn du selbst kreativ bist und deine Herzgeschichte teilen möchtest, melde dich gerne bis zum September 2025 bei uns per Mail an ausstellung1@herz-ohne-stress.de.
Egal, ob du bereits ein fertiges Kunstwerk hast oder noch darüber nachdenkst, etwas zu erstellen. Schick uns ein Foto deiner Kreation oder beschreibe deine Idee. Wir freuen uns auch über Hintergrundinformationen, z. B. wie das Werk entstanden ist oder was dich emotional dabei bewegt hat, in Stichpunkten oder in Form einer kleinen Herzgeschichte.

Helmut Bundschuh
(Vorstandsvorsitzender Verein für Psychisch belastete Herzpatienten e.V.)

*Prozess der Entstehung und Erhaltung von Gesundheit

1 Kommentar

  1. Andreas Goerner

    Hallo Helmut, das ist wirklich eine beeindruckende Initiative. Als ich eure Webseite besucht habe, ist mir aufgefallen, dass dort noch der 1. Juli als früherer Schlusstermin für Einsendungen steht. Vielleicht könnt ihr das noch anpassen, dann gibt es keine Missverständnisse, Ich würde gerne noch mehr über die Resonanz eures Projektes erfahren. Andreas

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